„Anders zu sein,        
das muss man üben.“ Dieter Linz

lesen und vertiefen

Sie können jedes Buch bei uns in der Gedenkstätte erwerben. Entweder vor Ort oder Sie senden eine Bestellung via Mail an unsere Kollegin Frau Plavcic unter

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Adresse Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 17:00 Uhr


"Ausgrenzung und Faszination"

Sinti und Roma in Düsseldorf und im nördlichen Rheinland vom Spätmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg

Von Dr. Bastian Fleermann

Faszination, Koexistenz und Ausgrenzung: Nicht immer, aber sehr oft trafen die Sinti und die Roma auf Argwohn und Verachtung. Erstmals spürt eine Überblicksstudie dieser Minderheit und dem Umgang mit ihr in einem umgrenzten Raum über mehrere Jahrhunderte hinweg nach – und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts gewährte ein Schutzbrief einer Roma-Gruppe in Düsseldorf und im Herzogtum Berg freies Geleit. Seit dieser Zeit lebten Roma, Sinti und andere Völker, von der Mehrheitsgesellschaft zunächst als »Czygeiner« bezeichnet, im nördlichen Rheinland. Die hier erstmals zusammengetragenen Quellen belegen neben Anfeindungen und Ausgrenzungen auch Phasen friedlicher Koexistenz und Zusammenarbeit. Sie zeichnen das Bild einer vielfältigen Minderheit, die sehr geschickte Überlebens- und Anpassungsstrategien entwickelte, um staatlicher Repression zu entgehen und sich in der Region zu behaupten. Und sie lassen eine Alltagsebene sichtbar werden, die nur scheinbar mit den parallel entstandenen populären »Zigeuner«-Bildern korrespondiert: Der Kitsch in der Kunst oder auf der Bühne, auf Fotopostkarten oder in Schauergeschichten hatte mit der Lebensrealität von Sinti oder Roma so gut wie nichts zu tun. Die sich permanent wandelnden Lebensbedingungen der Musiker oder Hausiererinnen, Handwerker, Artisten oder Pferdehändler stehen den bis heute trügenden Projektionswünschen der entstehenden bürgerlichen Gesellschaft entgegen. Die wahre Geschichte findet sich in diesem Band.

216 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
zahlreiche farbige Abbildungen
17,5 × 24,5 cm
(D) € 22,00
ISBN 978-3-946595-42-7

Katalog zur Sonderausstellung "Brandgefährlich"

"Brandgefährlich" Die Düsseldorfer Feuerwehr 1933 bis 1945

Hildegard Jakobs, Benedikt Mauer (u.a.)

Zwischen Hilfeleistung und Verfolgung: Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 änderte sich vieles im Deutschen Reich. Auch eine scheinbar unpolitische Institution wie die Düsseldorfer Berufsfeuerwehr war von organisatorischen Änderungen vonseiten der nationalsozialistischen Behörden und Amtsträger betroffen und in der Folgezeit in Verfolgungsmaßnahmen aktiv eingebunden.

Der Katalog Brandgefährlich zur gleichnamigen Sonderausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf (bis Mai 2024) thematisiert unter anderem das Verhalten der Berufsfeuerwehr während des Novemberpogroms 1938, bei dem auch in der Düsseldorfer Innenstadt die Synagoge brannte. Sie fragt nach der Personalpolitik und der ideologischen Ausrichtung der Feuerwehr nach 1933. Die Mitwirkung der Feuerwehr bei verschiedenen Verfolgungsmaßnahmen wird exemplarisch dargestellt, und auch die Rolle der Krankentransportabteilung der Feuerwehr bei der im Juli 1942 erfolgten Deportation der jüdischen Bevölkerung in das Ghetto Theresienstadt untersucht. Abschließend beleuchtet der Katalog die »Entnazifizierung« der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr und einzelner ihrer Akteure.

Der Katalog wird herausgegeben vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e. V.
 Die Sonderausstellung wurde von der Mahn- und Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Düsseldorf und der Feuerwehr Düsseldorf realisiert. Ausstellung und Katalog entstanden mit freundlicher finanzieller Unterstützung des Stadtfeuerwehrverbands Düsseldorf e. V., des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte und der Landeszentrale für Politische Bildung Nordrhein-Westfalen.

80 Seiten
Klappenbroschur, Fadenheftung
zahlreiche farbige Abbildungen
20 × 30 cm
(D) € 10,00
ISBN 978-3-946595-43-4

Katalog zur Sonderausstellung "Molari"

Molari im Heinefeld Bilder und Erzählungen von Otto Pankok. Spurensuche zu Düsseldorfer Sinti und Sintizze

Dr. Bastian Fleermann
Hildegard Jakobs

Seit 1931 – ich war damals fünf Jahre alt – fuhr mein Vater jeden Morgen zum Düsseldorfer Heinefeld zu seinen Freunden, den Sinti […]. Mein Vater traf in der Siedlung einen Mann […] der Arbeit in Düsseldorf gesucht hatte. Dieser Mann hatte sich einen Hühnerstall an sein Häuschen angebaut. Mein Vater stellte einen Ofen hinein, und so wurde der Raum sein Atelier. Es waren drei Hühner darin, sie durften bleiben und wurden oft porträtiert. Im Winter, wenn mein Vater seinen Ofen heizte, kamen die Sinti-Kinder zu dieser herrlichen Wärme. Danach kamen die Mütter und dann die Väter, und so wurde Pappa ihr Freund und Maler, ihr ,Molari‘.“ (Eva Pankok)

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Otto Pankok (1893-1966) war fasziniert von den Sinti:zze, die er in Südfrankreich und dann in seiner Heimatstadt Düsseldorf traf. Er malte sie ab 1931 immer wieder – und machte so mit seinen Porträts die Welt auf die Verfolgung der Minderheit aufmerksam. In der Ausstellung wurde der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti:zze in ihrer Sprache liebevoll Molari (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Bastian Fleermann und Hildegard Jakobs (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf).

Der Katalog beinhaltet die Ausstellungstexte und zusätzliche Informationen, zahlreiche Abbildungen, Dokumente und Fotos.
Er umfasst 112 Seiten und ist für 16,80 Euro in der Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, erhältlich.

Hörbuch von und mit Herbert Rubinstein

"Meine vier Leben. Aus Czernowitz über Amsterdam nach Düsseldorf – wider das Vergessen" Originaleinspielungen von Herbert Rubinstein, gelesen von Axel Gottschick, Musik von Jan Rohlfing

Dieses Hörbuch ist ein Zeugnis in Musik und Sprache über die Liebe. Es beginnt in Czernowitz in der heutigen Ukraine. Herbert Rubinstein erzählt darin sein Leben. Er wurde 1936 in Czernowitz geboren, wo er den Holocaust knapp überlebte. Seine Kindheit war überschattet vom Leben im Ghetto, der Angst vor den Deportationen und des Verlusts. Herbert Rubinstein erzählt seine Geschichte, damit nichts vergessen wird. Er erzählt sie mit der ihm eigenen großherzigen Menschenliebe. Liebe ist auch die stets wachende und lebendige Erinnerung an all diejenigen, die nicht mehr sind; deren Leben endete, bevor sie ihre Stimme erheben konnten. Was sie erlebten, ist auch heute wieder von beklemmender Aktualität. Der Komponist und Musiker Jan Rohlfing hat Herbert Rubinsteins Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken zusammen mit einem hochrangigen Ensemble in eine musikalische Erzählung verwandelt, die dem Unsagbaren Raum gibt und dem Wunsch nach Frieden und Freiheit eine Melodie der Zuversicht.
In einer Zeit, in der Antisemitismus unter fadenscheinigen Argumenten wieder salonfähig zu werden beginnt, widersetzt sich unser Hörbuch dem Vergessen und erinnert an die Opfer des Holocausts. Zugleich erinnert es an unsere Verantwortung im Hier und Jetzt, unsere rechtsstaatliche Demokratie, unsere Freiheit und unsere Werte gegen Antisemiten, autokratische Imperialisten und reaktionäre Ideologen zu verteidigen.

Die CD kostet 19,80 € und ist in der Mahn- und Gedenkstätte erhältlich.
Das 24-Seitige Booklet umfasst unter anderem ein Vorwort von Dr. Stephan Keller (Oberbürgermeister Düsseldorf), ein Grußwort von Dr. Bastian Fleermann (Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) und von Mykola Kushnir (Leiter des Museums für Jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina in Czernowitz).

Kleine Schriftenreihe der Mahn- u. Gedenkstätte, Band 11

zwangssterilisiert Eingriffe in die Menschenwürde in Düsseldorf 1934 – 1945

Begleitend zur Sonderausstellung „zwangs sterilisiert – Eingriffe in die Menschenwürde in Düsseldorf 1934 – 1945“, die vom Stadtarchiv Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erstellt wurde, ist ein 72 Seiten umfassendes Buch unter dem gleichnamigen Titel veröffentlicht worden. Es ist als Band 11 der „Kleine Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte“ erschienen und im Buchhandel oder in der Gedenkstätte erhältlich.
Der Band beleuchtet nicht nur die Elemente der NS-Ideologie und die konkreten Strukturen, die die Betroffenen zu durchlaufen hatten, es werden auch Einzelschicksale dargestellt, die aus den entsprechenden Akten des Stadtarchivs stammen.

Autoren sind die beiden Institutsleiter Dr. Bastian Fleermann, Mahn- und Gedenkstätte, und Dr. Benedikt Mauer, Stadtarchiv. Mitherausgeber dieses Bandes ist der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf (evangelisch in Düsseldorf), der den Druck mitfinanziert hat. Superintendent Heinrich Fucks hat die Entstehung der Ausstellung und des Buches begleitet und sich für das Projekt maßgeblich eingesetzt.

Zwangssterilisiert.
Eingriffe in die Menschenwürde in Düsseldorf 1934–1945,
70 Seiten mit Klappbroschur,
Paperback,
1. Auflage,
ISBN 978-3-7700-6047-4.
7,- Euro

"Ulmer Höh’"

Das Gefängnis Düsseldorf-Derendorf im Nationalsozialismus

Schließlich stand ich mit meinem Eßgeschirr in einer kleinen Zelle. Die verkratzen fettigen Wände, der alte wackelige Holztisch, die schmale verrostete Bettstelle, der Abortkübel in einem alten brauen Holzgestell, der alte Schemel, das kleine Spiegelchen, der Spind, der oft geflickte Fensterrahmen mit den billigen Glasscheiben, die Eisentür – alles atmete den Dunst von tausenden verschiedenen Unglücklichen, von tausenden verschiedenen Schicksalen.“ Karl Schwesig (1898-1955)

In der „Ulmer Höh‘“ – dem 1893 eröffneten Gefängnis an der Ulmenstraße in Düsseldorf – waren zwischen der Machtübernahme 1933 und der Befreiung im Frühling 1945 zehntausende Menschen inhaftiert. Viele dieser Gefangenen waren völlig unschuldige Bürgerinnen und Bürgerinnen: politische Gegner des Regimes, gesellschaftliche Außenseiter, jüdische Männer und Frauen, Künstler und Journalisten, Homosexuelle, Sinti, Kirchenleute oder Pazifisten, ausländische Zwangsarbeiter oder angebliche „Wehrkraftzersetzer“. Erstmals lässt dieser Band die Gefangenen ausführlich zu Wort kommen: In Tagebüchern und Briefen schildern sie ihr Leid und ihre Sorgen als Inhaftierte eines Unrechtsstaates.

Ulmer Höh’
Das Gefängnis Düsseldorf-Derendorf im Nationalsozialismus
Bastian Fleermann
488 Seiten, gebundene Ausgabe, mit Leseband 22,00 €
Herausgegeben im Auftrag des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.
ISBN 9-783-7700-6044-3

LEHRHAUS: 80 JAHRE LANDESVERBAND JÜDISCHER GEMEINDEN
VON NORDRHEIN. EIN VORTRAG VON DR. INNA GOUDZ

Donnerstag, 19. März , um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Im November 1945, sechs Monate nach der Neugründung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, wurde der „Landesverband der Nord-Rheinprovinz“ (später Nordrhein) mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Zur Zeit seiner Gründung zählte der Verband 1.700 Gemeindemitglieder. Zu den Hauptaufgaben des Landesverbandes zählten die Bemühungen um die Restitution des Besitzes der Gemeinden sowie der Neuaufbau von Struktur- und Bildungssystemen. Heute ist der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein mit über 15.000 Mitgliedern der mitgliedsstärkste jüdische Verband bundesweit. In zwölf Städten betreiben acht Mitgliedsgemeinden religiöse, kulturelle, soziale sowie bildende Einrichtungen, die für ein vielfältiges jüdisches Gemeindeleben sorgen. Der Landesverband setzt sich für die Stärkung der Gemeinden, die Bewahrung des jüdischen Erbes sowie die Vermittlung von Werten zum Beispiel durch die Jüdischen Kulturtage ein.
Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.