„Anders zu sein,        
das muss man üben.“ Dieter Linz

forschen und bewahren

Unsere Sammlung

Das Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ist Ausgangspunkt vieler Bereiche unserer Arbeit. Ausstellungen, Bildungskonzepte oder Veranstaltungen funktionieren nicht ohne unsere Sammlung. Durch die diversen Lebensgeschichten, Familienfotos und Dokumente werden historische Erzählungen erst anschaulich. Würdiges Gedenken können wir mit unserer Sammlung ermöglichen. Wir danken allen sehr herzlich, die uns mit ihren persönlichen Erinnerungen, Fotos und Dokumenten beschenkt haben oder in Zukunft beschenken!

Hildegard Jakobs
Immo Schatzschneider

Erinnern und Gedenken

Das Digitale Gedenkbuch der Stadt Düsseldorf Zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 bis 1945

Das digitale Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 dokumentiert die Lebensdaten und Lebenswege von mehr als 2.400 Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurden. Wir haben den Anspruch, diese Menschen als individuelle Persönlichkeiten wieder sichtbar zu machen. Um ein lebensgeschichtliches Gedenken zu ermöglichen, sollen Familienzusammenhänge, Wohnadressen, berufliche Ausbildung und viele Details zu jedem Menschen ermittelt werden. Die Texte werden durch persönliche Fotos und Dokumente ergänzt, wenn dies möglich ist.

Unser besonderer Dank gilt schon an dieser Stelle den ehemaligen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern und ihren Nachkommen. Sie überließen uns Dokumente und Fotos aus ihrem Familienbesitz. Sie gaben uns Informationen zu Angehörigen und Freunden, die die Verfolgung nicht überlebten. In den Briefen und Dokumenten werden die zerstörten Lebensentwürfe, vergebliche Hoffnungen und gescheiterte Fluchtversuche deutlich.
Aber auch für diejenigen, wo leider keine oder sehr wenige persönliche Dokumente erhalten sind, soll mit den recherchierten Biografien möglichst viel ihrer menschlichen Würde und Integrität zurückgegeben werden.

Zum Projekt: Der Kulturausschuss hatte am 4. März 2021 die Entwicklung eines Online-Gedenkbuches beschlossen und die Mahn- und Gedenkstätte mit der Arbeit beauftragt. Die Homepage ist unter den drei Domains www.gedenkbuch-duesseldorf.de , www.holocaust-memorial-duesseldorf.de sowie www.duesseldorfer-gedenkbuch.de gleichermaßen erreichbar.


zum Gedenkbuch

Opfergruppen, Ereignisse und offene Fragen

Die gesamte Geschichte in den Blick nehmen

Seit dem Bestehen der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ist uns die kontinuierliche Forschung ein wichtiges Anliegen. So wurde beispielsweise in den frühen Jahren zu kleineren oder noch nicht erforschten Opfergruppen in Düsseldorf umfassend recherchiert. Auch zu besonderen Ereignissen wurden vertiefende Studien durchgeführt. Einige Beispiele: Mit einem großen Forscher:innenteam wurden alle Facetten und Aspekte des sogenannten Novemberpogroms vom 9. November 1938 beleuchtet.

Unter der Leitung von Dr. Bastian Fleermann wurde von 2014 bis 2018 ein vertiefendes Forschungsprojekt zur Geschichte der Kriminalpolizeileitstelle Düsseldorf durchgeführt.
Zurzeit forscht Dr. Andrea Ditchen zu den Ereignissen und den verschiedenen Akteuren der Befreiung Düsseldorfs im April 1945.
Unser Mitarbeiter Jona Winstroth forscht gerade zur Opfergruppe der Düsseldorfer Sinti. Über die Ergebnisse unserer laufenden Projekte werden Sie nach Abschluss hier informiert.

Den Menschen folgen

Ein Forschungsprojekt im Gedenken an die ersten Opfer der Deportationen aus Düsseldorf

Von 2001 bis 2009 führte die frühere Leiterin Angela Genger zusammen mit Hildegard Jakobs und einem Team der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf eine großangelegte Studie zur ersten Deportation aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf durch. Sie folgten den biografischen Spuren der 1003 Personen, die als erste ihre rheinischen Heimat am 27. Oktober 1941 zwangsweise verlassen mussten. Ziel des Deportationszuges war das Ghetto Litzmannstadt.
Aufwändige Recherchen wurden in den Gedenkstätten des Landes NW, in Stadt- und Staatsarchiven, aber auch in Archiven in Polen, Israel und den USA durchgeführt. 2010 legten Angela Genger und Hildegard Jakobs das Gedenkbuch „Düsseldorf /Getto Litzmannstadt 1941“ vor, 2011 folgte die von Hildegard Jakobs herausgegebene CD-ROM „Im Getto von Litzmannstadt“ mit 1003 Kurzbiografien der von Düsseldorf Deportierten auf über 800 Seiten.

LEHRHAUS: 80 JAHRE LANDESVERBAND JÜDISCHER GEMEINDEN
VON NORDRHEIN. EIN VORTRAG VON DR. INNA GOUDZ

Donnerstag, 19. März , um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Im November 1945, sechs Monate nach der Neugründung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, wurde der „Landesverband der Nord-Rheinprovinz“ (später Nordrhein) mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Zur Zeit seiner Gründung zählte der Verband 1.700 Gemeindemitglieder. Zu den Hauptaufgaben des Landesverbandes zählten die Bemühungen um die Restitution des Besitzes der Gemeinden sowie der Neuaufbau von Struktur- und Bildungssystemen. Heute ist der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein mit über 15.000 Mitgliedern der mitgliedsstärkste jüdische Verband bundesweit. In zwölf Städten betreiben acht Mitgliedsgemeinden religiöse, kulturelle, soziale sowie bildende Einrichtungen, die für ein vielfältiges jüdisches Gemeindeleben sorgen. Der Landesverband setzt sich für die Stärkung der Gemeinden, die Bewahrung des jüdischen Erbes sowie die Vermittlung von Werten zum Beispiel durch die Jüdischen Kulturtage ein.
Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.