“Education is the most powerful weapon you can use to change the world.” Nelson Mandela

Dokumentation "Genauso wie du und ich"

Ein Projekt mit der VHS Düsseldorf

Schon einmal auf unserem Vimeo Account vorbeigeschaut? Da gibt es die Kurz-Dokumentation von Jacquelyn Altman und Naomi Wise zur Familie Altmann.

Seit heute ist auch der Film „Genauso wie du und ich“ verfügbar: Anlässlich des Gedenkens an das Novemberpogrom von 1938 setzten sich Teilnehmende der VHS Düsseldorf / Abteilung Schulische Weiterbildung im September 2022 intensiv mit der Geschichte der Düsseldorfer Familie Altmann auseinander. In mehreren Workshops in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf spürten die Jugendlichen dem Leben von David und Johanna Altmann und ihrem Sohn Alfred nach – sie gingen an die Wohnorte der Familie, lasen Briefzeugnisse und informierten sich über die Ereignisse in Düsseldorf während der NS-Zeit.

Familie Altmann lebte bis 1941 in Düsseldorf – sie betrieben ein Bekleidungsgeschäft auf der Königsallee, später einen Modesalon auf der Blumenstraße. Nach dem Novemberpogrom von 1938 entschlossen sich David und Johanna Altmann dazu, ihren Sohn Alfred mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken. Sie selbst wurden am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz deportiert. David und Johanna Altmann wurden im August 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet; Alfred überlebte.

Während ihres Projekts wurden die Teilnehmenden filmisch von Daniel Gräbner begleitet. Der Film „Genauso wie du und ich.“ dokumentiert die persönliche Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Geschichte der Familie Altmann, lässt die Jugendlichen aber auch selbst mit ihren Einschätzungen und Gedanken zu Wort kommen.


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Sondernewsletter zum 9. November

Liebe Freund:innen und Förder:innen der Mahn- und Gedenkstätte,

der November steht vor der Tür und damit die für uns in der Gedenkstätte arbeits- und ereignisreichste Zeit des Jahres: das Gedenken an den Novemberpogrom. Sie alle, die Sie unserem Hause verbunden sind, wissen, dass dies in jedem Jahr mehr ist als „nur“ eine Gedenkveranstaltung am 9. November. Es hat gute Tradition, dass wir gemeinsam mit der Katholischen Kirche in Düsseldorf, dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. einen Arbeitskreis bilden, der vielfältige Formen des Gedenkens anbietet.
Dazu gehört auch, dass dieser Arbeitskreis nach Möglichkeit Überlebende und deren Nachfahren nach Düsseldorf zum Gedenken einlädt. Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr Jacquelyn Altman aus Toronto, Kanada, die Einladung angenommen hat. Sie ist die Enkelin von Johanna und David Altmann, die am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und 1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurden.

Die Deportation nach Litzmannstadt/Łódź war die erste aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf. An dem historischen Datum dieser Deportation, am 27. Oktober 2022, wird Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller um 11.15 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus die Ausstellung der Arolsen Archives „#LastSeen – Bilder der NS-Deportationen“ eröffnen. Dazu möchten wir Sie sehr herzlich einladen.

Ebenso herzlich möchten wir Sie zu den verschiedenen Veranstaltungen in Erinnerung an den Novemberpogrom in Düsseldorf einladen. In diesem Jahr hat unser Arbeitskreis, gemeinsam mit weiteren Partner:innen, diese Angebote in einem gemeinsamen Programm gebündelt und gestalten lassen. Die Ausstellung „#LastSeen“, Filmpräsentationen, Theater, Gespräche, ein Vortrag, der Gedenkgang und der Gedenkgottesdienst sind diesmal unter anderem dort zu finden. Es gibt In- und Outdoor-Veranstaltungen sowie analoge und digitale Formate.

Wir würden uns freuen, wenn auch für Sie etwas dabei ist!

Mit herzlichen Grüßen
Dr. Bastian Fleermann, Hildegard Jakobs und das gesamte Team der Gedenkstätte


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NEUE MATERIALIEN

Workshop „Verwaltung im Nationalsozialismus“ Ab sofort buchbar

Seit vielen Jahren besuchen die neuen Auszubildenden der Stadtverwaltung Düsseldorf in ihren Einführungswochen die Mahn- und Gedenkstätte, um dort zu den Themen Verwaltung in Diktaturen und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Verantwortung zu lernen. Jetzt hat die Mahn- und Gedenkstätte didaktische Materialien erarbeitet, die verschiedene Perspektiven auf das Verwaltungshandeln während der NS-Zeit ermöglichen.

Die Materialien dienen zur Begleitung eines rund dreistündigen Workshops mit dem Titel „Verwaltung im Nationalsozialismus“. Dieser soll Teilnehmer:innen für das Thema sensibilisieren und die Rolle sowie den Einfluss des Verwaltungswesens bei der Verfolgung und Diskriminierung von Menschen in der NS-Diktatur vermitteln. Ferner bietet das Bildungsmaterial zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für Diskussionen zu gegenwärtigen Themen.

Die Gedenkstätte bzw. die Mühlenstraße 29 hat eine besondere Beziehung zur Verwaltung: Während der NS-Zeit befanden sich in diesem Gebäude neben NS-Organisationen, wie der Gestapo oder der 20. SS-Standarte, auch verschiedene Ämter und Dienststellen der Düsseldorfer Stadtverwaltung sowie das Wehrbezirkskommando.
Insgesamt wurden fünf didaktische Mappen ausgearbeitet: Anhand ausgewählter Dokumente und Quellen werden die Biografien Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger aufgezeigt, die von den Behörden diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden. So sorgten unter anderem die Gesundheitsämter für massenhafte Zwangssterilisierungen vermeintlich „Erbkranker“, die staatlichen Finanzämter organisierten den fiskalischen Raub und Enteignung der jüdischen Bevölkerung, die Reichspostdirektion überwachte den Briefverkehr von Regimegegnern und anderer „verdächtiger“ Personen und die Bau- und Liegenschaftsämter waren an dem Bau von sogenannten „Zigeunerlagern“ beteiligt.

Die Workshops mit den Materialien und Vorlagen eignen sich sowohl für Mitarbeiter:innen und Auszubildende der Verwaltung als auch für Schüler:innen und Studierende, die sich mit dem Thema Bürokratie und Verfolgung im Nationalsozialismus auseinandersetzen wollen.

Buchungen und weitere Informationen über Nicole Merten 0211 8996205 oder sowie Milena Rabokon unter

Digitales Gedenken

Das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf Zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 bis 1945

Am 18. Mai 2022 haben wir das Digitale Gedenkbuch für die Düsseldorfer Opfer des Holocaust mit 2.633 Namen und vielen bereits fertigen Biografien online gestellt. Projektleiterin Hildegard Jakobs und Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller präsentierten die Homepage der Presse.
Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte: „Eine Homepage ist kein gedrucktes Buch. Es ist viel eher ein Prozess. Wir werden die Seite permanent weiterpflegen und ergänzen, so dass im Laufe der kommenden Jahre möglichst alle Menschen mit einer kurzen Biografie gewürdigt werden.“

Zum Projekt: Der Kulturausschuss hatte am 4. März 2021 die Entwicklung eines Online-Gedenkbuches beschlossen und die Mahn- und Gedenkstätte mit der Arbeit beauftragt. Die Homepage ist unter den drei Domains www.gedenkbuch-duesseldorf.de , www.holocaust-memorial-duesseldorf.de sowie www.duesseldorfer-gedenkbuch.de gleichermaßen erreichbar.

Das Gedenkbuch fußt auch auf den umfangreichen Vorarbeiten der Historikerinnen Dr. Barbara Suchy und Angela Genger, Leiterin der Gedenkstätte von 1988 bis 2010.
Eine Ausführliche Beschreibung und weitere Forschungsprojekte, finden Sie unter dem Tab „Archiv/Forschungsprojekte“


zum Gedenkbuch geht es hier

LEHRHAUS: 80 JAHRE LANDESVERBAND JÜDISCHER GEMEINDEN
VON NORDRHEIN. EIN VORTRAG VON DR. INNA GOUDZ

Donnerstag, 19. März , um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Im November 1945, sechs Monate nach der Neugründung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, wurde der „Landesverband der Nord-Rheinprovinz“ (später Nordrhein) mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Zur Zeit seiner Gründung zählte der Verband 1.700 Gemeindemitglieder. Zu den Hauptaufgaben des Landesverbandes zählten die Bemühungen um die Restitution des Besitzes der Gemeinden sowie der Neuaufbau von Struktur- und Bildungssystemen. Heute ist der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein mit über 15.000 Mitgliedern der mitgliedsstärkste jüdische Verband bundesweit. In zwölf Städten betreiben acht Mitgliedsgemeinden religiöse, kulturelle, soziale sowie bildende Einrichtungen, die für ein vielfältiges jüdisches Gemeindeleben sorgen. Der Landesverband setzt sich für die Stärkung der Gemeinden, die Bewahrung des jüdischen Erbes sowie die Vermittlung von Werten zum Beispiel durch die Jüdischen Kulturtage ein.
Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.